Dass der DARC undemokratisch sein soll, wird ja immer wieder geäußert. Das "einfache Mitglied" habe keine Chance, Anträge durch die Instanzen zu bringen. Ein Vorschlag: Die Distrikte sollen je nach Mitgliederzahl eine bestimmte Anzahl von Delegierten schicken dürfen. Befürworter versprechen sich davon, dass Anträge der Mitglieder bessere Chancen bekommen. Kann das die Lösung sein? Der Versuch einer Antwort.
So ist es heute:
Ein Vorschlag muss (als Antrag umformuliert) einen recht bürokratischen Weg gehen, bis darüber entschieden wird. Am meisten wurmt dabei, dass die Ideengeber den Vorschlag in den seltensten Fällen selbst durch alle Instanzen vertreten und begründen dürfen. Sie können im Gegenteil nur darauf hoffen, dass es im Amateurrat Fürsprecher gibt. Das ist aber nicht immer der Fall. Und so scheitern dann auch viele Ansätze, denen vielleicht nur etwas unmittelbare Erläuterung fehlte. Das erzeugt Frust und - ganz nebenbei - das Image des bürokratisch arbeitenden DARC.
Ein Delegiertensystem klingt zunächst nach mehr Demokratie. Denn bislang konnte ein Distriktsvorsitzender seine Stimmenzahl (umso mehr, je größer die Mitgliedszahl des Distriktes) immer nur "ganz oder gar nicht" einsetzen. Nicht möglich ist etwa das Aufteilen nach dem Motto: "in meinem Distrikt wäre die Hälfte dafür, die andere Hälfte dagegen". Das öffnete natürlich dem "Werben" um Stimmen Tür und Tor. Distriktsvorsitzende mit viel Stimmgewicht waren entsprechend einflussreicher. Dies führte leider auch zu unschönen Blockbildungen ("Nord- und Südklüngel").
Mit einem Delegiertensystem müsste/könnte jeder nach seinem Gewissen und Kenntnisstand abstimmen, eine absolute "Fraktionsdisziplin" ließe sich sehr sicher nicht erreichen. Man beachte unseren ausgeprägten Hang zum Individualismus.
Ein weiterer Vorteil: Je mehr Delegierte es gibt, desto eher finden sich Leute darunter, die neue Ideen von Mitgliedern wirksam vertreten können - bis hin zur Abstimmung. Wenn man dazu bedenkt, dass ein Distriktsvorsitzender zwei Aufgaben hat, die beide hochgradig belasten, dann wird erkennbar, wie sich ein Aufteilen auf Delegierte entlastend auswirken könnte. Denn ein DV muss heutzutage nicht nur die Sorgen und Nöte aus dem gesamten Distrikt im Auge haben, sondern sich im Zweitjob "Amateurrat" um das Gesamtwohl des Clubs kümmern - als Richtliniengeber und Kontrolleur des Vorstandes. Immer häufiger zählen aber auch Kurzfristentscheidungen dazu, die gemeinsam mit dem Vorstand beraten und getroffen werden.
Das klingt alles so, als ob wir dieses System am besten ganz schnell einführen sollten. Aber es gibt auch Nachteile des Delegiertensystems.
Zuerst finanzielle: Ein solches System erzeugt bei Treffen gewaltige Reisekosten. Und wer die bezahlen soll, kann niemand sagen. Zweitens: Ein Delegiertensystem fußt darauf, dass die "Abgeordneten" effizient arbeiten. Doch wenn ein Gremium größer wird, dann wird es auch unübersichtlicher. Reibungsverluste sind damit programmiert. Eine Papier- und E-Mailflut a la "Brüssel" drohte. Schon die legendären Task-Forces (AFuG) haben gezeigt, dass diese Art zu arbeiten, den DARC organisatorisch an die Grenzen brachte.
Aber der dritte Nachteil ist wohl der Knackpunkt. Rainer Pruggmayer hat in einer Diskussion in de.comm.funk.vereine sehr richtig konstatiert: Es ist kaum vorstellbar, dass man überhaupt genügend Leute findet, die als Delegierte arbeiten würden. Das denke ich auch. Denn dauerhaftes Engagement in Vereinen oder Organisationen wird immer unbeliebter. Es ist ein zeitgeistiger Trend, sich möglichst viel seiner kostbaren Zeit offenzuhalten und sich daher höchstens punktuell (ohne tiefer gehende Verpflichtung) zu engagieren.
Ausdruck davon ist, dass man - sofern man die Leute anspricht - in der Regel kaum Probleme hat, genügend Helfer für dies oder das zusammenzubekommen, aber auf große Schwierigkeiten stößt, wenn es beispielsweise um Übernahme von OV- oder anderen Ämtern geht.
Viele Mitglieder möchten "einfach nur funken" und überlassen daher anderen die Gremienarbeit - und verhalten sich daher desinteressiert. Dass sich Unzufriedene immer eher und lautstärker äußern, liegt wohl in der Natur des Menschen. So muss man sich als Gewälter - für was auch immer - manchmal schon sehr zusammenreißen, wenn Mitglieder nur zu deutlich signalisieren: "Mach mal! Wir zerreißen dich in der Luft, wenn du auch nur einen Fehler machst!"
So schön das mit den Delegierten gedacht ist, so einfach wird es also nicht.
Doch was sonst tun? Ich denke, es läuft auf eine "Anarchisierung" der Strukturen hinaus. Die Finanzsituation des Clubs erlaubt sicher keine derartige durchdemokratisierte Verwaltung in allen Ebenen. Das muss kein Nachteil sein: Schon der OVV weiß, dass er aufgeschmissen ist, wenn er nicht manchmal einfach Dinge bestimmt. Stimmt sein Kurs nicht, erhält er die Quittung bei den Wahlen.
Es wird vielleicht weiterhin einen Kern geben, der die Rahmenbedingungen setzt, und in den Regionen werden sich die Gruppen projektbezogen zusammenfinden (und wieder trennen). Treffpunkte werden nicht mehr nur die Ortsverbände sein, sondern auch andere Kondensationspunkte für Aktivitäten, etwa Bastelgruppen oder Betriebsarten-Projekte. Darüber lohnt es sich, nachzudenken.

Das ist leicht. Es werden Leute gewählt, und dann wird an diese Leute die Aufgabe gestellt (also delegiert!), für die anderen zu entscheiden. Es ist also ein System, dass auf der Vertretung der Interessen durch andere basiert.
Kommentiert von: DK7EO | 18 November 2008 um 17:22
WAS IST EIN DELEGIERTENSYSTEM ???!!! ich schreib morgen gemeinschaftskunde und die hälfte der arbeit besteht aus dieser frage!!! kann mir irgendjemand helfen?! das gesamte ineternet hat nichts zu bieten!
Kommentiert von: | 18 November 2008 um 16:41