Soeben meldet die ARRL in ihrem DX-Bulletin 31, dass Swain's Island, KH8, der ARRL DXCC Liste hinzugefügt wurde.
Nach der Regeländerung der Abstandsregel 1 C in Sektion II gilt American Samoa als politisch unabhängige Verwaltungseinheit. Und somit ist Swain's Island nun weit genug (<350 km) entfernt, um als ein eigenes DXCC-Gebiet zu gelten. Swain's Island ist das 337. DXCC-Gebiet. QSOs ab dem 22.Juli 2006, 0001z gelten für das DXCC credit. Der Prefix von Swain's Island ist KH8. Soweit das Bulletin.
Noch ein paar Infos zum neuen DXCC-Gebiet: Swain's Island ist 2 Quadratkiometer groß und liegt etwa 663 nautische Meilen südlich des Äquators, rund 170 Meilen nördlich und etwas östlich von Apia, Samoa, sowie 310 Meilen westlich von Pukapuka (Danger Isl.). Die Insel ist auch unter den Namen "Olohenga" bzw. Olosenga bekannt. Frühere Namen sind Quiros Island, Gente Hermosa und Jennings Island.
Ein Bild gibt's hier
Der kleine Klecks Land besteht aus einem Ring aus Sand und Korallen mit annähernd gleichförmiger Form. Die "Gebirgszüge" erheben sich auf Schwindel erregende 6 Meter über Null. Die Lagune hat keine Verbindung zum Meer. Die ganze Insel ist dicht bewachsen mit Kokospalmen, anderen Bäumen und Büschen.
Entdeckt wurde die Insel bereits am 2. März 1606 vom portugiesischen Navigator eines spanischen Schiffes (das gab's ja schon einmal ein Jahrhundert vorher, aber mit größerer Tragweite). Der Fahrensmann, Pedro Fernandes de Quiros, beschrieb die Ureinwohner als freundliches Völkchen.
Kurz darauf wurden die freundlichen Menschen dahingerafft, und zwar durch einen Expedition vom benachbarten Fakaofu. Die überlebten, wurden vertrieben. Die gutaussehende weibliche Bevölkerung wurde hingegen als Beute betrachtet und heimgenommen. Wie es heißt, sollen sich die Ureinwohner mit einem Fluch gerächt haben. Sie schickten eine Dürre, die eine Hungersnot verursachte. Nicht mal die Fische ließen sich fangen. So starben die ersten Kolonialherren.
Käpitän Hudson vom US-Forschungsschiff Peacock erfuhr von der Insel durch einen Walfänger namens Swain. 1841 segelte er hin und vermaß die Insel grob, konnte aber wegen des stürmischen Wetters nicht landen. Er fand aber keine Anzeichen von Einwohnern und benannte die Insel nach seinem Tipp-geber "Swain's Island" (mit Apostroph!), weil er dachte, dass es sich bei dieser Insel nicht um dieselbe handelte, die der Portugiese Jahrhunderte vor ihm entdeckte. Damals gab es schließlich kaum Messmittel, um die Position auch nur annähernd genau festzulegen.
Kaum kamen die ersten Kolonistatoren von der Insel Fakaofu herüber,landeten drei Franzosen, die aus den Kokosnüssen der Insel Öl pressten.
Am 13. Oktober 1856 landete Eli Hutchinson Jennings, ein Amerikaner aus Southampton, Long Island, N.Y.. Er gründetet eine kleine Siedlung, die nun mehr in der dritten Generation besteht. Auf Samoa hatte er die Eingeborene Malia geheiratet. Er behauptete, dass er die Insel von einem Engländer gekauft haben, der sie ihrerseit selbst entdeckt haben will.
Eli Jennings, Jr. wurde am Neujahrstag 1863 geboren und erbte sie nach dem Tod seines Vaters am 4. Dezember 1878. Unter seinem Management wuchs die Kokosnuss-Öl-Produktion.
Im September besuchte der "Resident Commissioner" der Gilbert und Ellice Inseln das kleine Eiland und verlangte als Erstes schon mal 85 Dollar Steuern. Jennings zahlte zwar, beschwerte sich aber beim amerikanischen Konsul in Apia, Samoa. Die Angelegenheit beschäftigte alle Instanzen bis hin zum US-State-Department. Das Geld musste zurückerstattet werden. Das war das erste Mal, dass Swain's Island sich international bemerkbar machte.
Als Eli Jr. am 24. Oktober 1920 starb, erbten die beiden Geschwister Ann Eliza und Alexander die Insel. Die Tochter heiratete den Briten Irving H. Caruthers, und die beiden zog nach Apia. Er konnte das Erbe aber aufgrund der Tatsache, dass Amerikanisch Samoa keinen Konsul mehr hatte, nicht antreten. Die britischen Gerichte erklärten sich für nicht zuständig. Die Situaion verschärfte sich, als seine Frau im Jahre 1921 starb.
Im nachfolgenden Streit rief der Alexander Jennings, der Sohn des Vorbesitzers bei der Regierung
von Pago Pago um Hilfe. Die Sache ging weiter zum U.S. Secretary of State und schließlich sogar bis zum US-Präsidenten. Am 4. März 1925 erweiterte der U.S. Congress das Hoheitgebiet offiziell umd die Insel. und stellte es unter die Verwaltung vom Amerikanisch Samoa.
Alexander Jennings übernahm die Insel. Er war tüchtig, gut erzogen und fähig. Er heiratete Margaret Pedro, eine ruhige, schöne und intelligente Frau mit spanischen, portugiesischen und tokelauischen Wurzeln. Durch die offziellen Beziehungen zu Amerikanisch Samoa konnte Jennings sein Kopra in Pago Pago für einen guten Preis verkaufen. Doch seine große Sorge betraf die Tatsache, dass seine Insel keinen Hafen und keinen sicheren Grund zum Ankern besaß.
Die ganze Zeit über wohnten nicht mehr als 100 Menschen auf der Insel. Sie wohnten in einem kleinen Dorf namens Taulanga auf der Westseite der Insel. Dort wurde das Kopra getrocknet und verpackt. Es gab einen zentralen Treffpunkt und eine Kirche. Deren Pastor war gleichzeitig Leher. Die Männer arbeiteten fünf Tage die Woche und fischten, gärtnerten oder spielten Cricket am Samstag. Sonntags gab es zwei Gottesdienste. Die rund 500 Schweine und zahllose Hähner auf der Insel hatten es gut: Sie durften nur geschlachtet werden, wenn Mr. Jennings es erlaubte.
Es gab sogar eine kleine Straße auf der Insel, ungefähr auf halber Strecke zwischen dem Meer und der Lagune. Dort fuhr ein alter Ford-LKW, der Kokosnüsse, Arbeiter und Versorgungsgüter hin und her fuhr. Die Familie Jennings lebte in einem festen Haus ungefähr eine Dreiviertelmeile vom Dorf entfernt an der Südseite. Dieser Platz wurde "the Residency" genannt. Ein Generator sorgte für Strom für Licht und Radio. Von einem kurzen Steg konnte man direkt zum Schwimmen in die Lagune hüpfen. Der Lagunenstreifen ist zwar schmal, erreicht aber eine Tiefe bis 14,40 Metern!
Ab und zu wird die Insel von einem Schiff aus Pagp Pago angelaufen. auch einige US-Küstenwachen-Schiffe sowie einige Kriegsschiffe unterbrachen hier kurz ihre Fahrt. Die Lagune ist zu klein, um Wasserflugzeugen eine Landung zu erlauben.
Gäbe es hier nicht so viele Moskitos und Fliegen, die Insel wäre ein Paradies.
(übertragen aus dem Englischen von der Seite www.janeresture.com)

Walter, DK1BN, wies noch auf einen Film über eine Landung auf der Insel hin (15 min.): http://www.dragongirls.net/ja1bk_video/KH8SI.wmv
Danke, Walter!
Kommentiert von: Michael | 25 Juli 2006 um 09:29