Ich habe am Donnerstag letzter Woche mein Amt als Distriktspeilreferent niedergelegt. Hierzu habe ich an den Vorstand diese Erklärung geschickt:
Wie ihr wisst, nimmt mich mein QRL sehr in Anspruch. In den letzten beiden Jahren ist es sogar wieder etwas mehr geworden, so dass ich trotz günstiger Lage der DV-Sitzungen oft nur noch zum Zuschließen hätte kommen können.
In meiner Freizeit möchte ich mich gerne mit Dingen beschäftigen, die mir Spaß machen und die meiner Gesundheit zuträglich sind - als Bürosessel-Hocker darf es also gern mit Bewegung zu tun haben. Der Versuch, die Freude an Bewegung durch Fuchsjagd und besonders "Wander"-Fuchsjagden ohne Höchstleistungen bringen zu müssen, hat leider nur sehr geringen Erfolg gehabt. Trotz einiger Fuchsjagden im kleinen Kreis und als Ferienpass-Aktion bleibt festzustellen: Ein müdes Pferd lernt keine neuen Tricks mehr. Obwohl einfach, spielt Amateurfunkpeilen keine Rolle, nicht mal in der Nische.
So haben auch Organisatoren trotz Empfangsgeräte-Koffern, Sendern und Planungshilfen einen schweren Stand im OV. Im Gegensatz zu anderen Freizeitbeschäftigungen, in denen sich immer mühelos Leute für Aktionen finden, stehen in den Ortsverbänden der Aktive oft allein und schuftet sich müde.
So geht es mir auch - im übertragenen Sinne, auch wenn ich mich über den persönlichen Zuspruch sehr gefreut habe.
Es kommt ein weiteres hinzu: In den letzten Jahren konnte ich beobachten, wie heftig Streitereien im Distrikt und unter Funkamateuren allgemein werden. Sicher, wir haben keinen Kuschelzoo, aber selten habe ich so viele bizarre Auseinandersetzungen erleben dürfen wie in dieser Zeit.
Das kann keinen Nachwuchs locken. Der Amateurfunk ist nach wie vor attraktiv für eine Menge Leute. Doch wer hat schon Lust, in SO einen Verein einzutreten, in dem die Organisation eines Weihnachtskegelns ganz spontan schon im März beginnt, in dem man sich gegenseitig Betrug und Täuschung vorwirft, der CWist Dünkel gegenüber dem DO-"Hilfsfunker" hat, der wiederum mit den vorgeblichen Digitalverweigerern nicht am Tisch sitzen mag, Ein Verein, in dem ein Nichtlizenziertes Mitglied noch unter der Stufe eines Haustieres steht, und in dem zu Clubabenden schon mal in einem ungeheizten Raum leidenschaftlich durchgesetzt wird, dass man doch, bitteschön, keinen Lagerraum für Fieldday-Zeug mehr braucht und mit dem Verkauf noch mehr sattes Plus in die OV-Kasse bringen könnte. Ein Verein, der das Thema Kommunikation zwar formal auf der Liste hat, aber praktisch in vielen Lebenslagen dazu gar nicht in der Lage ist, nicht mal ohne Funk. Dies ist nicht mehr der Verein, in den ich mal eingetreten bin und der mal mein Leben war.
Es erscheint es mir zunehmend sinnlos, mich so engagieren, wie ich es müsste, um dabei zu helfen, den Gaul wieder zum Traben zu bringen. Nennt mich einen Egoisten, aber meine zweiten vier Jahre im Ehrenamt plus sechs Jahre im Hauptberuf - das reicht mir nun. Da mich Erhart ja schon aus der Vorstandsrolle im Internet getilgt hat, kann ich meinen Rücktritt hiermit per sofort posthum nachreichen. Ich danke allen für die nette Zusammenarbeit!

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