Ich habe die Anträge zur DARC-Mtgliederversammlung (nur für Mitglieder einsehbar) einmal überflogen. Das sind meine Anmerkungen dazu:
Mitgliederanträge: Die Latte für Anträge aus der Mitgliederschaft (mindestens 500 Befürworter in drei Monaten müssen schriftlich zustimmen) scheint mir ein wenig hochgelegt. Man bedenke, es handelt sich hier nicht um eine Entscheidung, sondern nur um eine Entscheidungsvorlage an die Mitgliederversammlung, die ihrerseits darüber befinden soll. Im Vergleich mit den Hürden eines Bürgerbegehrens werden zwar nur 1 Prozent Unterstützer verlangt, aber wohl jedem ist doch klar, dass von 100 Prozent Mitgliedern rund 90 Prozent Karteileichen sind und sich selbige nicht am Clubleben beteiligen. Auch der Passus, dass es keinerlei vereinsinterne Veröffentlichung des beabsichtigten Antrages geben soll, zeigt, dass es wohl eher darum geht, solche Anträge auszuschließen. Inhaltlich will sich der DARC den Freibrief ausstellen lassen, fast jeden Antrag im Vorfeld abzubügeln. Der Hebel dazu: Anträge "über das Finanzwesen, über die Beschäftigung von Mitarbeitern und andere Fragen der inneren Organisation des DARC e. V." finden nicht statt. Und irgendwie lässt sich ein solcher Zusammenhang doch wohl immer herstellen.
CQ DL wieder zum e.V.: Sollte der Antrag für den ungehemmten Zugriff des DARC-Vorstandes auf die CQ DL durchkommen, wäre es mehr als ohnehin schon zu erwarten, dass nur noch im Wortlaut zu Tode abgestimmte Verlautbarungen zu lesen wären. Dann sollte sich das Amateurfunkmagazin aber bitte wieder in "Verbandsorgan" umtaufen lassen. Wie wenig eigenständig die CQ DL bereits jetzt Themen bearbeiten darf, zeigt schon die Begründung des Antrages, worin sich Erhart, DF3XZ, beschwert ("nicht hinnehmbar, dass redaktionelle Einflussnahme ausschließlich dem DARC Vorsitzenden zugestanden wird."). Mehr noch legt der Antrag genau fest, was alles im Diktat liegen soll: "Rubriken Aktuelles, Club, Lokales, Personalia, Leserbriefe und das Editorial müssen in enger Abstimmung mit der Clubführung und den Verantwortlichen in der Geschäftsstelle gesetzt und umgesetzt werden"). Selbst bei Leserbriefen will die Führung also zensieren. Da ich als ehemaliger CQ-DL-Redakteur schon mal miterlebt habe, wie sich die "Verbesserungsvorschläge" mehrerer Vorstände auf die Berichterstattung und den Pluralismus des Inhaltes ausgewirkt haben, kann ich nur davor warnen, wenn der Vorstand Inhalte der Berichterstattung bestimmen will. Tut er das, stimmt dann zwar die Kosmetik, aber die verklausulierten Inhalte erreichen niemanden mehr. Das gemeine uninformierte Mitglied erfährt nichts über Beweggründe, wundert sich nur noch über plötzliche und zahlreiche Rücktritte und einvernehmliche Kündigungen, eine ständige Abfolge des immer gleichen Rituals: Hochfliegende Ideen, Wahlen, Projektgruppen, Versanden der Ideen im AR, Frustration, Ausstieg. Dies ist, was auch diejenigen sehen, die mit dem Gedanken spielen, sich einzubringen. Bei solche Aussichten tun es viele dann doch nicht.
Kündigung vom OVV gegenzeichnen: Der DARC hat in Bezug auf die Kassenführung argumentiert, dass seine OVe keine selbständigen Untergliederungen seien. Das Mitglied ist also zwar einem OV zugeordnet, aber dennoch Mitglied im Gesamt-Verein DARC. Meine Kündigung dort ist relevant und braucht keine Gegenzeichnung als Voraussetzung.
Amtszeitbegrenzung: Guter Antrag, dass DVe und Vorstände nur maximal 8 Jahre (Wahl plus dreimalige Wiederwahl) im Amt sind. Allerdings reicht eine Unterbrechung in dieser Zeit, um den Zähler wieder von vorn laufen zu lassen.
Antrag, dass der DV ans Votum der Distriktsversammlung gebunden ist und OVVe ans Votum der OV-Versammlung: Das könnte dazu führen, dass ein Amtsträger Abstimmungen in den betreffenden Gremien vermeiden wird, wenn er in seiner Stimme frei bleiben will. Namentliche Abstimmung: Schon besser, denn dann kann die Distriktsversammlung den DV über sein Stimmverhalten befragen (Transparenz).
Vorlagepflicht der Kassenunterlagen: Guter Antrag, denn 10 Tage sind wirklich sehr knapp gewesen.
Anpassen des Mitgliedsbeitrages an die Inflationsrate: Bin dagegen. Denn der Beitrag sollte sich nach den Erfordernissen richten, nicht nach dem Wert des Geldes. Antragsgemäß müsste ich diese Inflationszuschläge auch zahlen, wenn der DARC längst keine Geschäftsstelle mit QSL-Vermittlung und CQ DL mehr unterhält (mangels Mitgliederzahl). Generell ist der Mitgliedsbeitrag sowieso sehr gering, wenn ich es mit dem vergleiche, was ich für andere Vereine zahle. Vergünstigungen sollten allerdings recht großzügig weiterhin gegeben werden, etwa für Azubis, Schwerbehinderte etc. Antrag, den DARC analog zu den Bundesländern zu gliedern: Eher friert die Hölle zu, als dass dieser Antrag befürwortet wird.
Webbasierte Mitgliederverwaltung: Klasse Idee, die sicherlich zeitgemäß ist. Allerdings birgt sie auch zahlreiche Risiken, den Datenschutz betreffend. Sicherlich möchte niemand einmal lesen, dass die Mitgliederdatenbank gehackt wurde.
Antrag auf Übertragung der MV im TV: Die Versammlung ist ohnehin vereinsöffentlich. Sicherlich wäre es aber interessanter, die konspirativen Gespräche inoffizieller Art zu dokumentieren.

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